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Bildergalerie: "Projekt Lebensträume" - St. Georgshof

Einladung zur Ausstellung LEBENSTRÄUME 7. Oktober - 7. November 2021

Wir möchten Sie ganz herzlich zu unserer Ausstellung LEBENSTRÄUME am Rathausplatz in Marktoberdorf einladen.

Die liebevoll fotografisch inszenierten Bilder der Lebensträume unserer Klienten und Klientinnen können vom 7. Oktober bis 07. November dort betrachtet werden mehr ... 

 

Bericht auf Allgäu.TV über die Lebensträume (01.02.2018)

>>> Link zum Bericht (Bericht beginnt bei Minute 24:51)

 

Lebensträume - Eine Idee wird Wirklichkeit

Jeder Mensch hat einen Lebenstraum. Nicht jeder Traum lässt sich verwirklichen, weil Lebensumstände, Verpflichtungen oder die eigene Bequemlichkeit uns daran hindern, diesen Traum zu leben.

Viele Lebensträume psychisch kranker Menschen sind für gesunde Menschen der normale Alltag. Zum Beispiel wünschen sich unsere Menschen, ein LKW-Fahrer, Landwirt, Metzger oder Konditor zu sein. Einen Tag als Braut im Mittelpunkt zu stehen. Als Motorradfahrer durchs Leben zu brausen.

Viele psychisch kranke Menschen haben sich mit ihrem Schicksal, lebenslänglich auf die Hilfe und Betreuung durch andere Menschen angewiesen zu sein, abgefunden.

Doch was geschieht, wenn wir diesen „Traum" das „Lebensziel" auf einem Foto festhalten? Ist er wirklich unerreichbar? Einige Bewohner konnten so bereits ihrem Lebenstraum ein Stück näher kommen. Der Fotograf Armin Zacherl aus Tannenberg (www.fotografie-zacherl.de) setzte diese Lebensträume professionell in Szene.

Durch unser Benefizkonzert anlässlich des 35-jährigen Wohnheimjubiläums und 15-jährigen Jubiläum unseres Ambulant Betreuten Wohnens konnten wir Spendengelder aquirieren. Um auch möglichst vielen anderen unserer betreuten Menschen Hoffnung und Antrieb zur Verwirklichung ihres Lebenstraums zu geben, sind wir auch weiterhin auf Spendengelder angewiesen und bitten Sie hiermit um Ihre Unterstützung.
Wenn Sie unser Projekt Lebensträume unterstützen möchten, können Sie uns auf unser Konto der Sparkasse Allgäu (BLZ 733 500 00), Kto.-Nr. 240 009 266 mit dem Vermerk „Projekt Lebensträume" Ihre Spende überweisen. Als Körperschaft des Öffentlichen Rechts sind wir nach § 44a Abs. 4 und 8 EStG berechtigt, Ihnen eine Spendenbescheinigung auszustellen.

Gerne würden wir diese Fotos in Zukunft im Rahmen einer Foto-Wander-Ausstellung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen (z.B. Landratsamt MOD, Stadt MOD und KF, Banken in MOD und KF, BKH KF, etc.). Zudem werden die Fotos hier auf unserer Homepage einer sehr breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

<<< Zeitungsartikel über die Lebensträume im Georgshof in den Schongauer Nachrichten am 24.01.2014

Lebensträume

Mein Lebenstraum: Mein Garten (Walter W.)

„Früher habe ich die Natur zerstört, heute gestalte ich sie.“  

Mit diesen Worten reflektiert Walter W. seine heutige Lieblingsbeschäftigung – die Pflege des Gartens und den Umgang mit der Natur. Er stammt aus Pfronten im Allgäu und arbeitete dort bis 2014 als Forstarbeiter und LKW Fahrer auf dem Bau.  Er war für Baumfällungen zuständig und als Fahrer eines Betonmischers für das Betonieren von Grünflächen.

Heute liebt er es im Garten des St. Georgshof zu säen, pflanzen, düngen, wässern und beschneiden. Er schafft neue Kräuterecken, bringt Dekorationen an und räumt auf, was bei anderen liegen bleibt.

Wenn die anderen Bewohner*innen des Hauses nach ihrer Arbeit in den Feierabend gehen, zieht es Herrn W. in den Garten. In dem Wechsel aus Blüte, Vergehen und erneutem Wachstum sieht er den unbedingten Lebenswillen der Pflanzen. Es erinnert ihn an sich selbst. Körperliche und seelische Tiefschläge konnte er nur mithilfe seines kraftvollen Lebenswillens meistern.

Mein Lebenstraum: Dolmetscher in einem Start Up Unternehmen (Sergej K.)

Sergej K. stammt aus Russland und zog im Alter von elf Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland.

Der Umzug in eine andere Kultur prägte sein weiteres Leben. Denn während er die sprachlichen Hürden schnell überwand, fand er nur schwer in Kontakt mit den Menschen in Deutschland. Sein sozialer Rückzug evozierte seine psychischen Beschwerden. Sergej K. konnte seinen Weg in ein selbstständiges Leben nicht beschreiten. Heute lebt er mit vielen Menschen am St. Georgshof und erfährt viele Freundschaften und stabile Beziehungen. Er fand die Kraft, seinem Berufswunsch nachzugehen. So belegt er einen Sprachkurs in Englisch, um sich auf die Dolmetscherschule vorzubereiten. 

Anstatt aus dieser Gesellschaft ausgeschlossen zu sein, wird Herr K. zur Verständigung unter den Kulturen beitragen.

Wir danken den Heilerziehungspflegern, Ergotherapeuten, Betreuungshelfern und Sozialpädagogen, die an diesem Foto mitgewirkt haben: Florian Dietz, Tony Barchet, Benjamin Gönen, Stefan Jacobi, Pelin Lermi, Alexander Nierer, Thomas Pahl und Bettina Wittig.

Mein Lebenstraum: Altenpflegerin (Stephy W.)

Altenfpflegerin - Ein Traum?  Altenpflegerin? Wäre es nicht viel traumhafter, NICHT arbeiten zu müssen und wenn, dann in einem Job, wo man reich wird, wenig Arbeit leisten muss und die meiste Zeit die Beine hochlegen kann? 

Stephy W. lebt mit den Symptomen einer Borderline Persönlichkeitsstörung. Für sie bedeutet das Berufsbild der Altenpflegerin Halt und Sicherheit. Und es knüpft eine Verbindung zu ihrer Mutter, die auch als Altenpflegerin arbeitet. Die Nähe zu den alten Menschen, die neben ihrer Bedürftigkeit Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, tut Frau W. gut. 

Für das Fotoshooting verbrachte sie vier Tage in Altenheim Gulielminetti in Marktoberdorf. Hier lernte sie ihre Fotopartnerinnen kennen und kam ihrem Traum schon viel näher. 

Wir danken dem Team des Pflegeheims Gulielminetti und einer ganz besonderen Bewohnerin.

Mein Lebenstraum: 'Ein Bier vor vier' (Michaela K.) 

An eine Regel hält sich Frau K. eisern – „Ein Bier nach vier!“

So wie viele ihrer Mitbewohner*innen, die am St. Georgshof in der Förderstätte, in der Arbeits- und Beschäftigungstherapie oder in der Werkstatt für Behinderte Menschen arbeiten, läuft sie täglich nach Feierabend in den Dorfladen in Rettenbach am Auerberg. Dort gönnt sie sich dann ihr Feierabendbier. Dieses Ritual ist zu einer stabilisierenden Säule in ihrem Alltag geworden. Sie unternimmt einen täglichen Spaziergang, trifft Menschen aus dem Dorf und erfährt viel Neues.

So wichtig Regeln sind, so schön ist es, diese einmal aussetzen zu dürfen. Im Mariahilfer Sudhaus bei Seeg genießt Michaela K. ihr Bier vor vier. Gemeinschaft leistet ihr ihr guter Freund Alexander J. Danke Michaela, dass Du so lange Geduld hattest. Denn bis Du endlich den ersten ersehnten Schluck nehmen durftest, mussten noch einige Bilder geschossen werden!

Wir danken dem Team des Gasthauses Mariahilfer Sudhaus und Alexander Jesse, der sich extra bayerisch kleidete.

Mein Lebenstraum: 'Mein Leben. Mein Weg' (Benni G.)

Das Leben in Selbstverantwortung zu gestalten, darin liegt die ganz natürliche Erwartung aller heranwachsenden Menschen und der LEBENSTRAUM von Herrn G. Ein scheinbar banales Bild - ein junger Mann auf dem Weg zu seiner Arbeit - steht für diesen Traum.  

Sein Gesicht konnten die BetreuerInnen lange nicht sehen, als Herr G. 2018 in die Förderstätte des St. Georgshof kam. Er trug immer sein Kap, darüber die Kapuze seines Hoody und hielt den Kopf stets gesenkt. Und trotzdem mochten alle diesen stillen Typen bald gern. Mit der Zeit wurde er ein festes Mitglied der Industriegruppe, mit der Zeit erzählte er immer mehr von sich und irgendwann begann er Späße zu machen und seinem Gegenüber in die Augen zu schauen.

Nicht mehr lange und Benni wird seinen Weg hinaus aus der Förderstätte finden, in Richtung erster Arbeitsmarkt. Denn sein Misstrauen, das ihn in Menschengruppen oft bremste, ist kleiner geworden und sein Wunsch nach einem eigenen Weg, einer eigenen Wohnung und einem eigenen Freundeskreis größer.

Wir wünschen Dir viel Mut und Entschlossenheit, Benni!

Mein Lebenstraum: Bauer (Ewald P.)

Herr P. war in der Frankau ein gern gesehener Mitbürger. Jahrelang besuchte er die Landwirte und half im Rahmen seiner Möglichkeiten mit. Auf Grund seiner eingeschränkten Mobilität konzentrierte sich sein Engagement in den letzten Jahren auf den Hof von Familie Bayrhof, Frankau. Dort saß er jeden Abend auf einem Baumstamm, wedelte mit einem Stock und lotste so die Kühe, die von der Weide zurückkamen, in den Stall. Zum Ausklang tranken die beiden noch ein Feierabendbier. Leider verstarb Herr P. im Dezember 2011 im Alter von 79 Jahren.

Wir bedanken uns: Bei Fr. Monika Holzheu aus Lengenwang für den Trachtenanzug. Beim Landwirt Hr.Bayrhof aus der Frankau für die Mitarbeit und das Bereitstellen der Kühe.

Mein Lebenstraum: Motorradfahrer (Stefan D.)

Schon als Kind durfte Herr D. auf dem Motorrad seines Vaters mitfahren. Dies weckte in ihm den Wunsch, selbst eine solche Maschine zu besitzen und auf dieser durchs Land zu brausen, um das Gefühl von Freiheit und die Geschwindigkeit zu genießen. Für sein Foto hat er sich auf den Sozius eine Blondine gewünscht, weil dies zu seinem Bild von Motorradfahrern dazugehört. Schon durch das Tragen der Motorradkombi verwandelte sich Herr D. von einem introvertierten in einen starken, selbstbewussten Mann. Durch das Motorrad und die dazugehörige Blondine wurde dies noch verstärkt. Herr D. hat im Verlauf der letzten Jahre große Fortschritte gemacht. Er hat das Wohnheim verlassen, lebt in einer eigenen Wohnung und wird nur stundenweise vom Team unseres Ambulant Betreuten Wohnens betreut.

Wir bedanken uns: Bei Frau Daniela Eisenlauer, die zu dem Zeitpunkt im St. Georgshof den FSJ Dienst absolvierte und nach längerem hartnäckigen Bitten bereit war, als „heiße Blondine“ auf dem Motorrad zu sitzen. Bei Hr. Hensel aus Lengenwang für die Leihgabe des Motorradkombi. Bei Hr. Waldmann aus Frankau für die Leihgabe des Motorrades.

Mein Lebenstraum: Braut (Hedwig H.)

Wie viele Frauen, hatte auch Frau H. den Wunsch, einmal im Leben als wunderschöne Braut im weißen Kleid bewundert zu werden. Dies war ihr so wichtig, dass die sonst eher unruhige Frau H. für ihre Verwandlung zur Braut, zwei Stunden lang still sitzen konnte. Sie hat Lockenwickler, Augenbrauenzupfen und Make up ertragen. Zudem war sie bereit, den St. Georgshof für die Fahrt zum Fotografen zu verlassen. Obwohl einige Mitbewohner als Bräutigam mit auf das Foto wollten, hat sie darauf verzichtet denn: „Dafür brauchts keinen Mann“. Beim Fotograf stellte sich heraus: Heiraten ist eine ernsthafte Sache, weshalb sie uns nur ein Mona Lisa lächeln schenkte. Bei der Betrachtung ihres Fotos meinte Frau H.: „Der Hundling hat mir den Kopf vertauscht, so schön bin ich nicht!“

Wir bedanken uns: Bei Fr. Barbara Walther aus Thalhofen für das Brautkleid ihrer Schwiegermutter. Bei Fr. Rottler aus Aidlingen für die umfangreichen Näharbeiten und Neugestaltung des Kleides.


Mein Lebenstraum: Carmen (Frau Ü.)

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.Frau Ü. wollte als schöne, starke, leidenschaftliche, von Männern bewunderte Frau fotografiert werden. Was liegt bei ihrem Vornamen näher als die „Carmen“ aus der gleichnamigen Oper von Georges Bizet zum Vorbild zu nehmen! Also haben wir ein Flamenco Kleid gekauft und aus einem Mädchen voller Selbstzweifel in kürzester Zeit eine strahlende Schönheit gemacht, die ihr neues Körpergefühl genossen hat. In kürzester Zeit, weil diese Schönheit in ihr steckt und mit mehr Selbstvertrauen, ein wenig Make up und passender Kleidung jederzeit zum Vorschein kommen kann.

 

 

 

 

 


Mein Lebenstraum: Engel Aloisius (Roland F.)

Dieser Lebenstraum erschließt sich einem nicht auf den ersten Blick. Kennen Sie die Geschichte „Ein Münchner im Himmel“ von Ludwig Thoma? Aloisius, Dienstmann 172 am Münchner Bahnhof, wird vom Schlag getroffen. Im Himmel wird ihm von Petrus eine Harfe und eine Wolke zugeteilt. Zukünftig soll er „Frohlocken“ und „Hosianna“ singen. Nachdem ihm die Verpflegung im Himmel und seine Arbeit nicht gefallen, wird Aloisius renitent und fängt an zu fluchen. Als Gott sich durch sein herausforderndes Verhalten gestört fühlt, sendet er Aloisius als Botschafter auf die Erde zurück. Er soll der bayrischen Staatsregierung seine göttlichen Ratschläge überbringen. Aloisius ist dort leider noch nicht angekommen, weil er einen Zwischenstopp im Hofbräuhaus eingelegt hat und dort bis zum heutigen Tag sitzt!

Fazit: Aloisius hat es geschafft, durch sein herausforderndes Verhalten unsterblich zu werden. Er ist der von Gott gesandte Retter der bayrischen Staatsregierung und es liegt in seiner Macht, den Zeitpunkt für die Übergabe der Ratschläge zu bestimmen. Herr F. bewundert die Macht und Schlitzohrigkeit von Aloisius und lebt die Parallelen zu seiner Person.

Mein Lebenstraum: Reiche Dame (Cony S.)

Reich sein, unbekümmert Geld ausgeben, Fernreisen, Schmuck, Designer Kleidung, eigene Villa, Luxusauto, Dienstpersonal… Der Liste könnte jeder von uns sicherlich noch ein paar Wünsche hinzufügen. Und wenn wir ehrlich sind, könnten wir uns manchen Wunsch erarbeiten. Jedoch ist uns dafür oft der Preis zu hoch. Jahrelang auf viele Dinge, die das Leben schön machen verzichten, um sich einmal in ferner Zukunft Luxus erlauben zu können? Für viele betreute Menschen, die nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt ihr Geld verdienen können, sind diese Wünsche noch unerreichbarer. Das Foto zeigt ihre Vorstellung von einer reichen Dame. Dazu gehören für sie: Schöne Kleidung, viel Schmuck und die Möglichkeit im Spielcasino einfach mal ein paar Hunderter liegen zu lassen. Obwohl Frau S. Nichtraucherin ist und der Martini der erste ihres Lebens war, gehören für sie Cocktails und die lange Zigarettenspitze zu einer reichen Dame dazu. Bei der späteren Bildbetrachtung fanden wir, dass Frau S. so in jedem James Bond Film als reiche Dame mitspielen könnte. 


Mein Lebenstraum: Konditor  (Peter M.)

Herr M. hatte seit seiner Kindheit ein sehr entbehrungsreiches Leben geführt. Er konnte leider keinen Beruf erlernen, sein Traumberuf wäre Konditor gewesen. Jedoch hätte er nach eigener Aussage seine Torten nicht verkauft, sondern alle selbst verspeist! Diesen Wunsch nach einer eigenen Torte konnten wir ihm erfüllen. Mit etwas Unterstützung und viel Freude stellte er eine Schwarzwälder Kirschtorte her. Herr M. durfte schon bei der Zubereitung naschen so viel er wollte. Anfangs hatte er Hemmungen, aber schon bald schleckte er Sahne und viele Kirschen landeten in seinem Bauch. Dabei grinste er uns schelmisch zu, denn trotz unserer Aufforderung, sich zu bedienen, hatte er das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun. Beim Fotoshooting sollte er mit einer Gabel beherzt in die Torte stechen und davon so viel wie möglich essen. Als er jedoch die sehnsüchtigen Blicke seiner Mitbewohner sah, wollte er lieber die Torte mit allen teilen. Leider verstarb Herr M. im Oktober 2012 im Alter von 61 Jahren nach einer schweren Krebserkrankung.

Mein Lebenstraum: Almmädel (Margit K.)

Einen passenden Begriff für den Lebenstraum von Frau K. zu finden, fiel uns schwer. Am ehesten würde es vielleicht „Heidi erwachsen“ treffen. Wir bekamen von ihr über einen längeren Zeitraum hinweg einzelne Informationen, die in etwa der folgenden Beschreibung entsprachen: „Ich möchte auf einer Alm in den Bergen leben, Heu machen, Tiere versorgen (keinen Hund), vielleicht in einer Hütte in der man Essen und Trinken kann.“ Beim Fotoshooting war sie etwas angespannt, denn einfach nur vor einer Bergkulisse in die Kamera zu lächeln entsprach nicht ihrer Vorstellung. Es befand sich aber in der Nähe eine frisch gemähte Wiese. Mit einem Rechen in der Hand machte sie sich an die Arbeit. Sie häufte freudestrahlend eine Reihe nach der anderen auf und vergaß den Fotografen und alle anwesenden Personen. Später erzählte sie uns, diese Arbeit habe sie zu Hause bei ihren Eltern häufig gemacht.

Mein Lebenstraum: LKW Fahrer (Christoph E.)

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klickenHerr E. ist seit vielen Jahren ein begeisterter Sammler von LKW Modellen (herpa). Er kennt jeden Typ und hatte natürlich auch genaue Vorstellungen, welcher LKW mit ihm zusammen auf das Foto sollte. Leider konnten wir zunächst einen seinen Anforderungen entsprechenden LKW nicht finden; also machte sich Herr Ertl selbst auf die Suche. Schon bald fand er bei der Firma Kugelmann in Rettenbach seinen Traum-LKW. Er nahm Kontakt zu dem LKW Fahrer auf, machte Terminabsprachen und organisierte das Fotoshooting selbst. Wir mussten nur noch zum vereinbarten Termin mit dem Fotografen erscheinen. 
 
Wir bedanken uns: Bei Herrn Christoph Ertl für die hervorragende Organisation. Bei der Firma Kugelmann und besonders bei Herrn Josef Büchele, dem LKW Fahrer.

Mein Lebenstraum: Punker (Stefan K. )

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klickenStefan K. hatte vor seiner Erkrankung schon einige Zeit in der Punkszene gelebt und verbindet damit schöne Erinnerungen. Diese wollte er in einem Bild festhalten. Mit dem „Punk sein“ verbindet er Begriffe wie: Zusammenhalt, Solidarität und Akzeptanz der persönlichen Eigenheiten. Aus den „wilden Jahren“ hat er nur das Tragen von provozierender Kleidung beibehalten. Herr K. ist ein einfühlsamer, freundlicher Mensch der hin und wieder durch provokante Äußerungen an seinen Mitmenschen testet, wie wild er noch ist.
 
Wir bedanken uns: Bei den Punkern Felina, Bianca, Sabi, Tobi und Basti, fast alle Heilerziehungspflege-Schüler/innen, denen es schwer fiel, nicht zu lächeln, sondern wie Herr K. wild und grimmig in die Kamera zu schauen.

Mein Lebenstraum: Sänger / Rockstar (Rainer P. )

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klickenRainer verfügt über ein großes musikalisches Talent. Er hat eine ganz wunderbare Stimme und ein unfehlbares Rhythmusgefühl. Er findet beim gemeinsamen Singen immer die passende zweite Stimme. Sein Lebenstraum ist jedoch, einmal die erste Stimme sein zu können.

Diesen Lebenstraum wollte er sich mit Hilfe des Sängers der Spider Murphy Gang, Günther Sigl, erfüllen. Am 22. Juni 2013 traf Rainer den Bandleader in Buching bei einem Konzert und bat ihn, mit ihm gemeinsam auf der Bühne stehen zu dürfen, und das Lied „Herzklopfen“ singen zu können. Ganz mutig fragte Rainer ob dies möglich sei. Schön wäre es, wenn hier jetzt stünde: Ja, es war möglich! Doch leider konnte sich dieser Traum nicht so erfüllen, wie es sich Rainer gewünscht hat.

Aber !!!   Trotzdem konnte Rainer im Backstage-Bereich seinem Idol so nahe sein, wie sonst keiner. Die Bilder sprechen für sich. Und vielleicht sprang in diesem Moment ein Stückchen Ruhm auf Rainer über und beflügelt ihn, irgendwann selbst als „Star“ auf einer Bühne zu stehen um mit seiner einzigartigen Stimme Menschen zu begeistern. Auf dem Marktoberdorfer Aktionstag im Juli 2013 konnte er als erster Trommler der Trommelgruppe des St. Georgshofs bereits zeigen, welche Talente noch in ihm stecken.

Rainer hat sehr große Fortschritte gemacht und konnte Ende Juli 2013 aus dem Wohnheim ausziehen und lebt nun in einer betreuten Wohngemeinschaft in Marktoberdorf.  Sein nächster Traum ist es, „Haindling“ zu treffen. We will see !!!  

Unser Lebenstraum: Wir heiraten

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klickenDieser Lebenstraum erfüllte sich für Conny und Norbert mit einer tollen Hochzeit. Die Beiden haben sich im St. Georgshof kennen und lieben gelernt. Der Glaube an eine gemeinsame Zukunft gab ihnen viel Kraft. So konnten sie den Wohnheimbereich des St. Georgshof verlassen und leben jetzt in einer vom ABW betreuten Wohngemeinschaft in Rettenbach am Auerberg.

Nur wenige betreute Menschen sind in der Lage, über mehrere Jahre eine Liebesbeziehung zu leben. Mit der eigenen Erkrankung beschäftigt, fällt es schwer sich auf andere Menschen und deren Probleme einzulassen. Umso mehr freuen wir uns, dass es die Beiden geschafft haben und damit auch vielen anderen betreuten Menschen Hoffnung geben.

Wir wünschen Familie Mühlberger für ihre gemeinsame Zukunft alles Liebe und Gute!!!

Mein Lebenstraum: Stammgast im Cafe

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klickenHerr S.  möchte gerne selbst bestimmen, wann und wie oft er zum Kaffeetrinken geht. Da er eine Begleitperson braucht, ist er immer davon abhängig wann jemand Zeit für eine Einzelbetreuung hat und ob ein Dienstfahrzeug frei ist. Aus diesem Grund ist Herr S. sehr dankbar wenn Frau Maria Jäger – eine ehemalige Mitarbeiterin des St. Georghofes – ihn besucht und mit ihm am liebsten ins Cafe Greinwald nach Marktoberdorf fährt.

Im Alltag ist er im Wohnheim und in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ständig von vielen Menschen umgeben. Umso mehr kann er die ruhige Atmosphäre in einem schönen Kaffeehaus genießen. Der Duft eines „Kännchen Kaffees“, dazu ein kunstvolles Stück Torte, eine Zeitung, Leute anschauen… herrlich! Und wenn dann noch ein lieber Mensch dabeisitzt mit dem man den Moment teilen kann… was gibt es Schöneres!?

Viele Jahre hat Frau Maria Jäger ihm diese schönen Momente ermöglicht und mit ihm geteilt, vielen Dank dafür. Wir danken:

•  Fr. Jäger für ihr ehrenamtliches Engagement,
•  Fam. Hiemer vom Cafe Greinwald

Mein Lebenstraum: Künstlerin

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klickenFrau M. ist vielen, die sie kennen als Künstlerin bekannt. 

Vor ihrer Erkrankung konnte Fr. M. von dem Erlös ihrer Gemälde ihren Lebensunterhalt bestreiten. Leider musste Fr. M. aufgrund ihrer Erkrankung für einige Jahre stationär im St. Georgshof leben, doch die Malerei hat sie nie aufgegeben, auch weil sie ihr immer wieder Kraft gegeben hat.

Seit 2010 lebt und arbeitet Fr. M. in ihrer eigenen Wohnung und genießt ihr selbstbestimmtes Leben. Sie absolvierte 2014 eine Qualifizierungsmaßnahme, in der Psychiatrie-Erfahrene zu MitarbeiterInnen in psychosozialen Diensten als „EX-IN Genesungsbegleiter/innen“ ausgebildet wurden. Sie arbeitet seit 2015 als EX-IN Genesungsbegleiterin beim Sozialpsychiatrischen Dienst (SPDI) in Weilheim und leitet dort Mal- und Gesprächsgruppen.
 

Mein Lebensraum: Schlagersängerin

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klickenFrau E. hatte den Traum eine berühmte Sängerin zu sein. Ihre Lieblingsfarbe ist Rot – Rot wie die Liebe!
Sie kennt viele Schlager – Lieder von früher und einige von heute. Sie kann die Strophen mitsingen und hat hier ein hervorragendes Gedächtnis. Bei einem Kroatienurlaub erzählte sie uns, dass sie sich früher sehr schick gekleidet habe und immer hohe Schuhe getragen hätte. Das dies stimmt, wurde erst im Schuhladen sichtbar: Sie schwebte schier auf ihren neuen roten Pumps durch den Laden. (Hatten wir ihr einfach nicht zugetraut !!!!!!!)
Das rote Kleid war schnell bestellt und den Hut hatte sie sich schon in Kroatien besorgt.

Unser Fotograph tat sein Übriges dazu und so entstand dieses hinreißende Foto von Frau E.'s Lebenstraum.




Gruppenfoto aller Bewohner